Der Bewegungsaparat ...

 

Warum gibt es beim Hund so viele Verletzungen?

Überbelastung und Fehlbelastung ist bei allen Hunden ein grosses Problem. Die meisten Hunde müssen sich pro Tag mindestens 20 Stunden in einem Raum oder in der Wohnung aufhalten, dazwischen werden sie hinaus geführt. In der kurzen Zeit draussen wird dann "wild" mit andern gespielt oder es wird unzählige Male eine Beute geworfen. 

  • Das heisst, ohne "warming up" kommt der Hund gleich auf Spitzenleistung. Dabei gibt es keine harmonischen Bewegungsabläufe. In engen Kurven wird der Bewegungsapparat stark belastet. Er rennt mit maximaler Geschwindigkeit der Beute nach und muss innert Sekundenbruchteilen wieder bremsen. Das belastet die Vorderhand und den Ellenbogen mit den verwandten Strukturen übermässig stark und kann zu chronischen Schäden führen.

    • Laufen Sie mit Ihrem Vierbeiner ca. 10 Min. zügig an der Leine. Erst danach lassen sie ihn herum tollen.  

    • Toben Sie eher selten und nur kurz mit dem jeweils gut aufgewärmten Hund an steilen Abhängen.

    • Schmeissen Sie den "Kong" (Beute) nie Bergab, immer quer oder schräg aufwärts. Ebene Wiese ohne "Kuhlöcher" sind obtimal. 4-6 mal dann gehts weiter mit neuem/anderem Spiel. zB. Bleib und Kong fliegt- schau und jetzt darfst du holen... oder bleib Mensch geht 3-5m weg und hält den Kong seitwärts damit der Hund auf Kommando den Kong am vorbeirennen schnappen kann.

    • Ringe zum scrollern sind Gelenkschonend!

    • Auf dem Heimweg folgt die Auslaufphase, also die letzten 10 Min. wieder ruhig und auslaufend nach Hause gehen.

Der Welpen ...
Welpen schnüffeln anfangs nur einige Minuten im Garten, ums Haus, im Dorf, im Gelände. Danach sind sie müde. Später mögen sie kurze Spaziergänge mit interessanten Eindrücken. Passen sie die Spaziergänge dem Welpen an!

  • Am "Gstältli" und Seil schnüffelt der Welpe vor sich hin, wenn er sich hinsetzt, muss er ruhen oder Eindrücke einsammeln/verdauen/schauen, danach geht es weiter. Ab und zu rufen Sie lockend, freudig den Welpen zu sich. Arbeiten Sie an der Bindung zum Welpen und machen daher noch keine Versteckspiele, denn die Verlassenheits- Angst könnte Ihnen denn dann auch Zuhause zu schaffen machen. Später gehört  es zu den Spaziergängen, dass man den unaufmerksamen Hund ab und zu "auflaufen" lässt!

    • Laufen Sie mit dem Welpen selten Treppen, je jünger und je grossrassiger der wachsende Hund ist, je vorsichtiger muss die Belastung auf den Bewegungsapparat sein. Üben Sie aber 1-2mal pro Woche eine kurze Treppe hinauf zu laufen.

    • Mit 10 Wochen schnüffelt ein Welpe von mittelgrosser Rasse 3 mal täglich ca.  5-10 Min., ansonsten häufig im Garten kurz "Pipi" machen.

    • Mit 12-14 Wochen kann es dann schon 3 x 15-20 Min. sein (je nach dem ob ihr Welpe noch Spielkollegen traf).

    • Mit jeder Woche und stets dem Welpen angepasst, steigern sie die Ausflüge. Ab jetzt zeigen Sie ihm die ganze Welt, aber überfordern Sie ihn nicht.

    • Lebhafte Hunde benötigen meist mehr Auslauf als ruhigere Typen damit ist aber nicht der nervöse Typ gemeint ! diese brauchen mehr Ruhe und weniger Eindrücke um die Nerven zu schonen. In den Ruhezeiten verarbeiten auch die Hunde erlebtes! Darum ist Schlaf so wichtig!

    • Kleinrassige Hunde sind mit 6-8 Monaten schon ziemlich ausgewachsen. Damit ist eine frühere Belastung des Knochenbaus möglich. Grosswüchsige Rassen benötigen ca. 1-2 Jahre, bis das Skelett stabil ist. Alle Muskeln müssen auftrainiert werden und immer erst warmgelaufen werden bevor man diese belastet.

Grundgedanke: Spitzensportler und Schulkinder im Turnunterricht tun es ...

"warming up"

... tun wir es mit unserem Freund doch auch!  

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