Mehrere Hunde ...

 

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Zweithunde - kaufen oder schon gekauft ?

Zwei Hunde im gleichen Haushalt bezeichnet man bereits als Rudel. 
Ein Rudel hat eine Rangordnung in die man sich nicht einmischen sollte, wenn es normal verläuft. Was aber ist normal? Als normal bezeichnet man, wenn kein stetiges Gerangel stattfindet und einer der Hunde nicht überdominiert und der andere sich zu unterwürfig verhält.
  • Zu starke Rangordnung: 
    Überdominiert: Hund A wacht über allem, sodass B sich nicht unbeschwert bewegen kann.
    Zu unterwürfig: Hund B getraut sich kaum zu bewegen, ohne von A angemacht zu werden.
  • Keine Rangordnung:
    Als gröberes Gerangel bezeichne ich: Der Hund A und Hund B drängen einander von den Besitzern weg. Sie quetschen sich miteinander durch Türen, machen Abwehrschnappen wenn Gutis hervorgeholt werden oder beissen sogar. Jeder will als erster ins Auto einsteigen und dabei hat es schon Schnappereien gegeben, und weiteres. 
  • Die richtige Wahl:
    Sie müssen den Zweithund auf den Ersthund abstimmen, das heisst: 
    Wenn ich einen 5jährigen eher dominanten Rüden habe, geht es sicher schief, wenn ein fast gleichaltriger Rüde dazu kommt. Zu einem kastrierten Rüden passt meist ein jüngerer Rüde oder auch ein Weibchen. Der Grössenunterschied muss auch angepasst sein. Eine frühe Kastration könnte auch helfen.
    Zum älteren Kleinhund einen jüngeren grossrassigen "Flegel" als Spielkollege zu kaufen wird seltenst klappen. 
    Keine Angst bei Weibchen zu Weibchen. Die Sozialisierung, die Grösse und das Alter muss aber stimmen. 
    Achten Sie auf Spaziergängen, mit welchen Hunden Ihr Hund gerne zusammen ist und wählen Sie einen ähnlichen Typen aus. Nicht Ihr Auge sollte entscheiden, nein, Ihr Vierbeiner hilft Ihnen zur richtigen Wahl. Sie sparen sich viel Ärger, wenn Sie in diesem einen Punkt Ihren Hund mit entscheiden lassen.
  • In allen anderen Fällen gilt: Sie bestimmen! 
    Das heisst: Sie sind ein guter Rudelführer, liebevoll und konsequent. Sie bestimmen, wer was darf. Sie mischen sich auch nicht ein, wenn einer der Hunde sich das Vorrecht rausnimmt, als erster nach Ihnen durch Türen zu gehen. Oder als erster das Futter beansprucht und neben Ihnen beim Sofa liegt. Unterstützen Sie sogar den Erstrangigen, in dem Sie ihn steht's als ersten füttern, ins Auto steigen lassen, usw. Sie bestimmen und befehlen aber den Zeitpunkt. Also es wird immer erst gesprungen, wenn Sie das Kommando dazu geben.
    Sie sind Alfa und der Erstrangige ist ihr Helfer, also Betta.
    Erst danach kommt der Zweite und das ist gut so, denn dem Zweiten ist es wohl dabei. Es kann sogar vorkommen, dass die Hunde das Helfertum teilen. Der eine ist in diesem Bereich der Chef und der andere im anderen. Sie müssen das beobachten lernen und werden dabei staunen, wie vielfältig die Kommunikation unter den Hunden ist. Wenn Sie sich aber sagen, der erste Hund, der soll immer die erste Rolle im Rudel nach Ihnen behalten, dann kaufen Sie sich bitte keinen zweiten Hund! Denn die Reihenfolge bestimmen die Hunde unter sich. Sie können nur bei der Auswahl der Hunde richtig entscheiden und den zuerst gekauften mitbestimmen lassen. So bekommen Sie ein tolles Team, gleichgültig welcher der beiden danach Ihr unmittelbarer Helfer ist. Wichtig ist doch nur, dass es allen möglichst Wohl ist.
  • Ein Problem kann es natürlich sein, wenn Sie dies alles nicht wussten und ein eher ungünstiges Hunderudel haben.
    • 2 gleichrangige Rüden oder Weibchen mit Rangansprüchen
    • 2 Kämpfer-Naturen, die eine hohe Schmerzgrenze haben z.B. Terrier
    • 2 grossrassige Territoriale Hunde
    • 2 kleinrassige Wadenbeisser

    Aber alle haben etwas gemeinsam: Die Hunde kontrollieren Sie! 
    Sie sind nicht Alfa! Sie werden von den Hunden geführt! 
    Wollen Sie das, wenn Nein, dann unternehmen Sie etwas und lassen sich von einer Fachperson beraten! 
    Nehmen Sie es mir nicht übel, wenn ich sage: Sie haben einen Fehler gemacht, aber bitte unternehmen Sie schnellstens etwas. Je länger Sie warten, je hartnäckiger müssen Sie die Situation nachher korrigieren!

  • Wenn Sie einen 2. Hund gefunden haben, zeigen Sie Ihrem ersten auf neutralem Gelände unbefangen den ausgewählten. Sie können z.B. mit dem Ausgewählten ohne ihrem Eigenen spazieren gehen. Danach mit einer Zweitperson und beiden Hunden, aber immer auf neutralem Gelände. Also nicht dort, wo der eine Zuhause ist oder täglich spazieren geht!
  • Bei Welpen gilt: Die richtige Rasse vorausgesetzt, wird es meist gut gehen.
    Anfangs tauschen Sie beim Züchter ein älteres Tuch, das nach den Welpen riecht und geben es danach ihrem Hund zum Schnüffeln. 
    Ihr Hund darf den Welpen auch besuchen. Immer vorausgesetzt, Ihr Hund hat alle Impfungen und ein Gesundheitsattest vom Tierarzt (nehmen Sie das zum Züchter mit). Mutterhündinnen mögen aber keine fremde Hunde um ihre Babys. Der gute Züchter wird Ihnen den Welpen ab ca. 6 Wochen kurz nach draussen bringen. Aber nicht ins Auto halten! Das Auto ist ja jetzt noch dem Ersten, sein eigenes Territorium.
    Wenn Ihr Hund knurrt, versuchen Sie ihn nicht mit Streicheln zu beruhigend. Das würde ja heissen, dass er es richtig gemacht hat.
  • Der
    • Nachahmung (Bellen, nicht Zuhören, Betteln, Hochspringen, ...)
    • Jagt (Jogger, Hühner, Velo, ...)
    • Beschützerinstinkt (Sinnlose Verteidigung auf dem Spatziergang, ...)
    • ... und noch Vieles mehr ...

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